Musik: Förderverein unterstützt mehr als 400 Bläser
Seit fast drei Jahren gibt es den Verein zur Förderung der Posaunenchorarbeit. Jetzt verändern sich seine Aufgaben immer mehr.
sz-online, 24.10.2011:
Von Jenny Thümmler
Der Ruhestand von Bernd-Johannes Alter war der Auslöser. Als er im Februar 2009 seine Arbeit als Landesposaunenwart in der schlesischen Oberlausitz nach 35 Jahren beendete, hatten viele Bläser Bedenken, dass Traditionen zerbrechen und sich niemand mehr so recht um die Sache kümmert. Bedenken, die Renate Pissang gemeinsam mit ein paar engagierten Bläsern zerstreute: Sie gründeten damals den "Verein zur Förderung der Posaunenchorarbeit in der schlesischen Oberlausitz".
So lang wie der Name, so umfangreich waren die Aufgaben. Dutzende Chöre im Sprengel Görlitz der evangelischen Landeskirche wollten betreut, Seminare organisiert, Nachwuchs gefunden und ausgebildet, Konzerte durchgeführt und Traditionen erhalten werden. Alles, um den Wegfall des Landesposaunenwartes zu kompensieren. Denn die Stelle von Bernd-Johannes Alter wurde lange Zeit nicht wiederbesetzt. Erst seit Mai des vergangenen Jahres hat Maria Döhler den Posten inne. Und die Lücke, die der Verein vorübergehend füllte, ist geschlossen.
Doch er soll deswegen keinesfalls aufgelöst werden. "Es war sehr gut und wichtig, ihn zu haben, weil wir alles am Laufen halten konnten", sagt Vereinsvorsitzende Renate Pissang heute im Rückblick. Gemeinsam mit ihrem Mann bläst sie beim Posaunenchor der Frauenkirche, macht seit über 40 Jahren Musik, arbeitet als Ärztin und leitet den Förderverein seit dem ersten Tag. Aus 21 Mitgliedern zu Anfangszeiten sind inzwischen 54 geworden. Sie alle wollen sich weiterhin engagieren für die Posaunenarbeit im Sprengel Görlitz. Schließlich gibt es dort rund 40 Chöre mit mehr als 400 Bläsern.
Instrumente gesucht
Jetzt verändern sich lediglich die Aufgaben des Vereins etwas. Die Unterstützung für Maria Döhler ist nur ein Mosaiksteinchen. "Wir wollen in erster Linie Geld einwerben, um für die Bläser Instrumente zu beschaffen und Rüstzeiten zu ermöglichen." Oft findet das Lager mehrere Tage in Kollm am Quitzdorfer Stausee statt, zweimal im Jahr. Weil die Kosten in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen sind, können sich nicht mehr alle Eltern die Teilnahme für ihre Kinder leisten. Da will der Verein helfen. Auch zu einem Bläserworkshop zu Pop, Jazz und Latin lädt er Anfang November ein. Kursleiter ist dann Organist, Komponist und Hochschuldozent Michael Schütz aus Berlin. Das Beschaffen von Instrumenten ist derzeit das aktuellste Vorhaben des Fördervereins. "Wir freuen uns sehr, wenn jemand uns Instrumente überlassen kann", sagt Renate Pissang.
Kontakt zum Verein zur Förderung der Posaunenchorarbeit in der schlesischen Oberlausitz. Kleine Grundstraße 2, 02827 Görlitz. Per E-Mail: info@posaunenchorarbeit-oberlausitz.de
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion und Verfasserin
