100 Jahre Kirche Podrosche
Am 1. Juni 2008 wurde das 100. Kirchweihjubiläum in Podrosche begangen.
Mitten im Forst zwischen Krauschwitz und Rothenburg sind einige kleine Dörfchen zu finden, die sich malerisch am Ufer der Neiße entlang schlängeln. Einstmals in der Mitte des alten Landkreis Rothenburg gelegen, fristeten sie seit 1945 ein mehr oder minder beklagenswertes Randdasein. Eines von ihnen ist der Ort Podrosche. Seit 1552 gehörte Podrosche zur Standesherrschaft Muskau. Über ein eigenes Gotteshaus verfügte die Gemeinde damals allerdings nicht. Man gehörte pfarramtlich zum rechts der Neiße – im Schlesischen – gelegenen Städtchen Priebus und besuchte allda auch die Gottesdienste. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die dortige Kirche geschlossen. Zwar gab es im mehrheitlich protestantischen Schlesien – zumal im grenznahen Raum – keine Katholiken, dennoch duldeten die Habsburger bis auf wenige Ausnahmen keine evangelischen Gotteshäuser mehr. Es hieß, daß niemand wegen seines Glaubens zur Auswanderung gezwungen oder zwangsbekehrt werden sollte, doch ohne eigene Kirchen und Pfarrer fehlten den Protestanten Anlaufpunkte für ihr Gemeindeleben.
In dieser Situation entstanden in der sächsischen Oberlausitz und in der brandenburgischen Neumarkt Zufluchts- und Grenzkirchen, welche die Möglichkeit zum sonntäglichen Kirchgang boten. So kam plötzlich dem winzigen Dörfchen Podrosche eine wichtige Bedeutung zu, entstand doch hier 1668 eine große Grenzkirche. In den folgenden Jahrhunderten mehrfach baulich leicht verändert, blieb dennoch ihre äußere Gestalt unverändert erhalten.
Am 14. Mai des Jahres 1907 schlug ein Blitz in die Kirche ein und zerstörte das Fachwerkgebäude gänzlich. Bereits im Jahre 1908, nach reichlich einjähriger Bauzeit konnte die Gemeinde ihr neues Gotteshaus seiner Bestimmung übergeben.
An dieses Ereignis erinnerte die Gemeinde am 1. Juni 2008 mit einem Festgottesdienst in dem Regionalbischof Dr. Hans-Wilhelm-Pietz die Predigt hielt. Im Anschluss ludt die Kirchengemeinde zum geselligen Büfett rund um die Kirche ein.
Andreas Neumann-Nochten
