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Kirchen: „Meuselwitz haut auf den Putz!“

Gemeinde erhält den „Hahn“ für aufweckende Werbeaktion.

Kirchen: „Meuselwitz haut auf den Putz!“

Pfarrer Christoph Wiesener in der Kirche Meuselwitz

„Wir haben es geschafft!!!“, jubelt die Internetseite der Kirchengemeinde Meuselwitz-Reichenbach ins weltweite Netz hinein: „Am Kirchweihfest, dem 25. September 2011, haben wir die Spendensammlung mit der Summe von 20.640 € abgeschlossen.“ Mit der Aktion „Meuselwitz haut auf den Putz!“, der letzten Etappe der Kirchensanierung, hatte die kleine Gemeinde in jüngster Zeit noch einmal alle Werberegister gezogen. „Wir sind so dankbar für alles Engagement, was in dieser Zeit zu spüren war, für alle Spendenbereitschaft und alles Wohlwollen ….“, heißt es. Nun haben die Meuselwitzer dafür bei der Herbsttagung der Landessynode den Kirchen-Hahn als Preis bekommen. Den „Hahn“ gibt es für Projekte, die aufwecken und viele Menschen auf die Kirche aufmerksam machen. Er wird von der Wochenzeitung „die Kirche“ (Wichernverlag), Radio Paradiso und der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz vergeben.

Die knapp 300 evangelischen Meuselwitzer hatten im Mai 2010 die 650 Quadratmeter Außenhülle ihrer Kirche „Zum heiligen Kreuz“ und die Decke an „Selbstabholer” verkauft. Die waren dann dem Gotteshaus in vielen gemeinsamen Arbeitsstunden auf den Leib gerückt. Der Quadratmeter Kirchenputz zum Selbstabschlagen kostete ab 10 Euro. Wer Putz von der Decke oder der Fassade gekauft hat, dessen Name wurde auf einer Tafel verewigt. Ziel der werbewirksamen Aktion war es, die Eigenmittel für den letzten Bauabschnitt einer 16 Jahre währenden Bautätigkeit herbei zu schaffen. Aber darüber hinaus zog  das Kirchen-Motto „Meuselwitz haut auf den Putz“ noch viele weitere Aktionen zugunsten der Kirche nach sich und sorgte für multimediale Aufmerksamkeit. „Ein Identitätsstück ist unsere Kirche wie von allein geworden”, sagte Pfarrer Christoph Wiesener. Etliche Menschen fühlen sich nach dem Bau der Kirche verbunden, die sie seit ihrer Konfirmation nicht mehr von innen gesehen hatten. Dabei erinnert er an die unerwartete 1000 Euro-Spende der Jagdgesellschaft oder an den Beitrag der weit verstreuten Goldenen Konfirmanden, die von der Gemeinde um ihre Unterstützung angeschrieben worden waren. Auch der Katholik Helmut Müller aus Meuselwitz hatte mit seinen vielen Einzelspenden das evangelische Gotteshaus unterstützt, denn „eine Kirche gehört ins Dorf”, meint der frühere Landtagsabgeordnete. Zuletzt hat im September noch das „Steffen-Peschel-Trio XL“ mit einem Konzert „auf den Putz gehauen“ bzw. in die Saiten gegriffen, da näherten sich Jazz und Choräle aus drei Jahrhunderten in spektakulären Improvisationen und Bearbeitungen einander und öffneten manchem Kirchenfernen die Tür „Zum heiligen Kreuz“.

Foto + Text: Bettina Ernst-Bertram
Web: www.ev-kirche-reichenbach-meuselwitz.de

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