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Kinder: Krauschwitzer Kindertagesstätte „Sonnenstrahl“

Die evangelische Kindertagesstätte im Norden des Sprengels Görlitz hat besonders engagierte Eltern (25.07.2006)

„Solche tollen Eltern kann sich jede Kindertagesstätte nur wünschen“, sagt Karina Biedermann, die seit zwei Jahren die evangelische KiTa „Sonnenstrahl“ in Krauschwitz leitet. „Beim kleinsten Problem können wir auf ihre Hilfe vertrauen.“

Die Mütter und Väter begleiten ihre Kinder, wenn sie geschlossen ins Schwimmbad gehen, passen da auf, dass niemand untergeht, und sie sehen zu, ob die Mädchen und Jungen nichts liegenlassen, wenn sie wieder angezogen sind. Man spielt Puppentheater, geht in den Tierpark, zum Tischtennis, eine gesundheitsbewusste Mutter unternimmt „Kneipp-Tage“ mit den Gruppen, wo kleine Füße durch morgentaufrisches Gras oder ein fließendes Bächlein laufen und eisklares Wasser kennen lernen.

Beim Sommerfest gibt es natürlich Selbstgebackenes, Eltern, die Pferde züchten, bringen ein paar ihrer Tiere mit, damit die Kinder drauf reiten können, andere stellen sich hin und drehen wolkige Zuckerwatte. Und geduldigen Vätern macht es gar nichts, den ganzen Nachmittag Würste zu grillen oder süßen Teig an Stäben überm Feuer zu backen. Erntedank, Martinsfest, Krippelspiel, Ostereiermalen sind die festen Größen im Jahr, bei denen die Eltern alles tun, damit ihre Kinder und deren Freunde es so nett wie möglich haben.

Als kürzlich ein nagelneues Spielplatzgerät für den KiTa-Garten eingeweiht wurde, haben die Eltern nicht nur ein Fundament dafür gegraben, das Grün rundum gepflegt, Kies und Sand geschüttet und alles selbst aufgebaut, schon für die Anschaffung des großen ideenreichen und vielfach begeisternden Kombiklettergerüsts haben sie eine Menge getan. „Die eine Hälfte hat unser Träger, die Kirchengemeinde, bezahlt, doch für den zweiten Teil der Summe haben die Eltern Spenden gesammelt, eine Tombola veranstaltet und gezampert“, erzählt Karina Biedermann.

Apropos Zampern: In Krauschwitz und seinem Kindergarten machen sich nämlich nicht nur die ländlichen Vorstellungen von einem harmonischen, verbindlichen Zusammenleben bemerkbar, auch sorbische Traditionen sind in dem kleinen lausitzer Ort nahe der Grenze zu Brandenburg noch wach. Das Zampern ist ein Brauch, bei dem um die Faschingszeit eine Horde bis zur Unkenntlichkeit Verkleideter von Haus zu Haus zieht, um Münzen, Süßes, Schnaps und ähnliche Dinge, die man vor der Fastenzeit gemeinsam verbrauchen kann, zu sammeln. In diesem Fall für den Spielplatz.

„Was die Mütter und Väter für uns tun, beruht immer auf ihren eigenen Ideen, das kommt nie von uns“, sagt die KiTa-Leiterin über die fleißige Elternschaft. Karina Biedermann kennt auch andere Einrichtungen von innen und sagt aus Erfahrung, hier erlebe sie einen himmelweiten Unterschied im Vergleich zu vielen Stadtkindergärten, wo die Distanz zwischen Kindergruppe und Familie oft größer ist.

Wenn Kinder der ältesten Gruppe in die Schule kommen und „Sonnenstrahl“ als Kindheitserinnerung hinter sich lassen, ist es mittlerweile Tradition, dass die Eltern dieser Sechs- und Siebenjährigen ihrer KiTa ein bleibendes Abschiedsgeschenk machen. Die Flure und Treppenaufgänge sind nicht nur mit Collagen plakatiert – Züge mit Fotos der Kinder in Abteilfenstern, Häuser, aus denen kleine Köpfen schauen, oder ein Spielplatz, der von den Jungen und Mädchen bevölkert ist. Karina Biedermann ist auch sehr stolz auf den überdachten Fahrradständer im Hof, das große bunte Wandbild an einem Nebengebäude oder die Tastbilder aus Naturmaterialien im Erdgeschoss, deren Berührung die Kinder lehrt, was weich, hart, rau, fest oder samtig ist, was sticht und was an den Fingern krabbelt. „Was wir in diesem Jahr bekommen, weiß ich natürlich noch nicht“, sagt sie, „denn das ist ja jedes Mal eine Überraschung.“

Ines Eifler

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