Vorgestellt: Christian Hüther ist Geschäftsführer der Evangelischen Stadtjugendarbeit „esta e.V.
Für Kinderkirche und Teenykreis, DomiZiel und TEN SING, Kidstreff und Gitarrenkurs schlägt sein Herz – und für Ehrenamtliche, die Zeit und Talent mit anderen teilen. Er will vernetzen und Ehrenamtlichenstrukturen in den Gemeinden aufbauen
Bettina Ernst-Bertram
Dass die Geschäftsführung der Evangelischen Stadtjugendarbeit in Görlitz zum Januar 2012 in die Hände des 33-jährigen Christian Hüther übergeht, war lange schon geplant. Ulrich Warnatsch (57), der Vorgänger, hat als Regionaljugendwart und Geschäftsführer des Lebenshofes in Ludwigsdorf genug zu tun und der Sozialpädagoge Christian Hüther, der bereits seit 2002 beim esta e.V. arbeitet, hat durch „Ulli“ das Aufgabenspektrum bestens kennen gelernt. Gleich nach seinem Studium in Görlitz fand Christian Hüther im Schulclub der Scultetus-Mittelschule in GR-Königshufen sein erstes Betätigungsfeld. Von Anfang an war er auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Er fuhr auf Rüstzeiten, baute an der Görlitzer Kinderstadt/„nasze miasto“ und betreute weitere Ferienangebote.
Im Rückblick ist er froh und dankbar, dass er bis nach Görlitz geführt wurde, denn eigentlich stammt Hüther aus der Nähe von Leipzig. Nach dem Abitur in Eilenburg und dem Zivildienst bei alten Menschen kam er des Studiums wegen an die Neiße. Hier traf er auch auf seine Kommilitonin Susann, die er heiratete und mit der er heute drei Kinder hat.
Nach der Sozialpädagogik studierte Christian Hüther noch Theologie: Von 2007-10 absolvierte er berufsbegleitend die theologische Ausbildung am CVJM-Kolleg in Kassel, die praxisorientiert und auf die Arbeit mit jungen Menschen ausgerichtet ist. „Es macht mir Mut, dass es rings um den esta e.V. so viele Menschen gibt, denen unsere Arbeit am Herzen liegt und die mit uns teilen: nicht nur finanziell, sondern auch ihre Zeit und ihre Talente. Man denke an den ehrenamtlichen Gitarrenkurs oder an den Kidstreff im Haus Wartburg.“ Das Schülercafé „Domiziel“ läuft richtig gut, „30 bis 40 Kinder kommen da täglich“, erzählt Hüther. „Der esta e.V. will auf Grundlage der Bibel jungen Menschen zeigen, dass ihr Leben sinnvoll und wertvoll ist und anbieten, eine Heimat in der christlichen Gemeinde zu finden.“ Vielfältige Vernetzung sei für die kommende Zeit das große Stichwort. Denn „wenn die Kinder und Jugendlichen etwas in verbindlichen Gruppen machen, zehren sie länger davon“. Die Gruppen im Haus Wartburg sind zum Beispiel die Modellbau-AG, die Gitarrengruppe oder das „Ten Sing“-Theater. Auch die Schuljugend des Görlitzer Augustum-Annen-Gymnasiums soll Anknüpfungspunkte im Haus Wartburg finden.
Ein weiteres Standbein des esta e.V. sind die Kinder- und Jugendgruppen in verschiedenen Kirchengemeinden. In Gersdorf ist Hüther spätestens seit dem Advent fast jedem bekannt, schließlich hat er an etlichen Türen des Dorfes geklingelt - mit dem Krippenspieltext für die Christvesper in der Hand, als er zwölf Mitspieler für den Heiligen Abend suchte. Der Familiengottesdienst, den der „Teenykreis“ dort in Abständen vorbereitet, ist ein Impuls für die gesamte Kirchengemeinde. Hüther will Ehrenamtlichenstrukturen schaffen, damit einzelne Mitarbeiter die Aufgaben mit Kindern und Jugendlichen selbst übernehmen können. Zu deren Vorbereitung gibt es auch Mitarbeiterseminare. 2012 wird es einmal im Monat parallel zum Gottesdienst in Gersdorf/Friedersdorf eine „Kinderkirche“ geben, einen Sonntagvormittag mit einer Mischung aus Jungschar und Christenlehre.
Ein weiteres Feld des esta e.V. ist die internationale Arbeit, vor allem die Rumänienhilfe. Jedes Jahr kommt eine europäische Freiwillige aus diesem Bereich für ein Jahr nach Görlitz. Und nicht zuletzt gehört auch der wirtschaftliche Bereich zum esta e.V.: das Übernachtungsheim mit seinen 12 Betten in der Johannes-Wüsten-Straße, wo Radfahrer, Pilger und andere Gäste für 17 Euro eine Nacht in der Altstadt verbringen können.
Foto: Bettina Ernst-Bertram
